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Aktuelles von JTFO

Ein Spiel, das in Erinnerung bleibt


© JTFO / sampics

Felix Eißing (oberes Bild) und seine Teamkollegen spenden den Schweriner Spielern Trost

29.04.2018 - Das Handballfinale zwischen Schwerin und Magdeburg in der WK II hatte mehr zu bieten als nur packenden und hochklassigen Sport. Es kann vielmehr als leuchtendes Beispiel dafür gelten, wie man im Moment des größten Triumphes Größe zeigen, sich dem sportlichen Gegner gegenüber respektvoll verhalten und dadurch Sympathien gewinnen kann.


von Kai Gemeinder

Man kennt solche Szenen: Ein hochspannendes Finale geht zu Ende, die siegreichen Spieler liegen sich freudetrunken in den Armen, bilden einen Kreis, springen, singen, klatschen, genießen den Augenblick.

Der neutrale oder gar für die Gewinner Daumen drückende Sportfan liebt diese Bilder, blickt gerne in die Gesichter der strahlenden Sieger.

Die Zuschauer des Finales in der Wettkampfklasse II zwischen den Schülern der Sportgymnasien aus Schwerin und Magdeburg mussten nach Abpfiff am Freitagmittag schon sehr genau hinschauen, um solche Jubelszenen zu sehen. Denn sie dauerten nur wenige Momente lang an.

Kurz zuvor hatte Magdeburgs Torwart Tom Diesteberg, der sich im Halbfinale am Donnerstag noch leicht am Knie verletzt hatte und erst gegen Ende des Finales eingewechselt wurde, mit einer Glanzparade den knappen 19:18-Vorsprung seiner Magdeburger Mannschaft festgehalten, die nach zwischenzeitlichem 11:14-Rückstand erst in der letzten Spielminute in Führung gegangen war.

Natürlich rissen die Spieler nach der Rettungsaktion und Sekunden später abgelaufenen Spielzeit die Arme nach oben und freuten sich über ihren Erfolg. Aber eben nur für einen kurzen Moment. Danach gingen sie zu ihren Kontrahenten, die bittere Tränen vergossen, die Köpfe hängen ließen oder sie gleich unter ihren Trikots vergruben.

In den Gesichtern der Sieger war dabei nichts mehr von der Freude über den gerade erreichten Bundessieg bei Jugend trainiert für Olympia zu erkennen, sondern ausschließlich das Mitgefühl für den unterlegenen Gegner, der – so ausgeglichen wie das Match verlaufen war – den Sieg ebenso verdient gehabt hätte.

Die jungen Nachwuchstalente aus Magdeburg entschieden sich dabei offenbar intuitiv, auf ausgelassenen Jubel zu verzichten und stattdessen den Schwerinern Trost zu spenden.

Das hätte, wäre er vor Ort gewesen, sicher auch dem neuen Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Schulsportstiftung, Thomas Härtel, sehr gut gefallen, der in seiner Rede vor Offiziellen beim Begrüßungsabend am Dienstag noch davon gesprochen hatte, dass der Schulsportwettbewerb weit mehr sei als ein Kräftemessen auf sportlich höchstem Niveau. Härtel rückte die Vermittlung olympischer Werte, zu denen der faire und respektvolle Umgang mit dem Gegner fraglos gehören (sollten), in den Mittelpunkt.

Manche sagen, Größe zeige sich erst in der Niederlage. In der Sporthalle Schöneberg aber bewiesen die Sieger unter den Augen von Bundestrainer Christian Prokop und Nationalspieler Patrick Groetzki wahre Größe. Auch der frisch pensionierte Erhard Ruddart hatte die Szenen nach Spielende mit einem zufriedenen Lächeln verfolgt und sagte: „Ich habe die Magdeburger Spieler noch bis vor einem halben Jahr in Sporttheorie unterrichtet und dabei auch das Thema Fair Play behandelt. Deshalb freut es mich zu sehen, wie fair unsere Mannschaft mit dem Gegner umgegangen ist“.

Für ein ähnliches Verhalten nach der gewonnenen Relegation seiner Frankfurter Eintracht gegen den 1. FC Nürnberg im Mai 2016 war übrigens Trainer Niko Kovac mit dem Fair Play Preis des Deutschen Sports vom Deutschen Olympischen Sportbund ausgezeichnet worden.

An diesem erinnerungswürdigen Freitagmittag hätten auch die Magdeburger Handballtalente neben den Goldmedaillen noch eine weitere Auszeichnung verdient gehabt.



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